Krankheiten


Leopardgeckos sind in der Regel sehr robust, dennoch sind auch sie nicht vor Krankheiten gefreit, auch nicht bei optimalen Haltungsbedingungen. Reptilien haben nicht die Möglichkeit Schmerzen und Unwohlsein kund zu tun. Krankheitsanzeichen werden meist spät erkannt, die Ursachen dafür sind dann meistens bereits fortgeschritten und es besteht dringender Behandlungsbedarf. Bitte informiert euch bereits vor der Anschaffung über einen reptilienkundigen Tierarzt in eurer Nähe. Normalen Tierärzten für Hund, Katze, Maus fehlen die nötigen Kenntnisse über Anatomie, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten.


Innenparasiten=Endoparasiten

Würmer:

Rundwürmer (Nematoden), Spulwürmer (Trematoden), Hakenwürmer (Strongyliden),
Zungenwürmer (Pentastomiden), Bandwürmer (Cestoden)
Ein Wurmbefall kann z.B. durch Futtertiere ins Terrarium geschleust werden. Durch Untersuchung einer Kotprobe kann der Befall festgestellt werden. Terrarium und Einrichtungsgegenstände müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Die befallenen Tiere kommen in Quarantäne. Der Tierarzt verschreibt die nötigen Medikamente.
(unterstützend: Bene- Bac, Carnivore Care)

 

Oxyuren (Pfriemenschwänze)

Die 1–10 mm langen Würmer leben im unteren Darmtrakt. Sie sind wirtsspezifisch und durchlaufen einen direkten Entwicklungszyklus ohne Zwischenwirt. Die über den Kot ausgeschiedenen Eier führen somit zur ständigen Reinfektion.

Symptome: Kümmerwuchs, geringe Gewichtszunahme, Durchfall, Nahrungsverweigerung, Abmagerung, Mangelernährung, Vitaminmangel, Atembeschwerden aufgrund von Blähungen. Durch Massenbefall kann es zu einer Verstopfung des Darmes kommen. Kloaken- und Hemipenes-Vorfall, Darmverschluss

Behandlung: Panacur, Molevac, Fiebertherapie

(unterstützend: Bene-Bac, Carniovore Care)

 

Kokzidien:

Kokzidien befallen gewöhnlich die Darmschleimhaut, können aber auch in Gallengänge und Nieren eindringen. Tiere im Terrarium stecken sich über ihren eigenen Kot immer wieder von neuem an. So kann sich der Befall schnell verstärken. Einige Kokzidien Arten werden vermutlich auch über Zwischenwirte übertragen (z.B. Milben). Suboptimale Haltungsbedingungen, übermäßiger Besatz, mangelnde Hygiene und Stressbelastung sind begünstigende Faktoren für Kokzidien.

Symptome: Appetitlosigkeit, Schleimige Durchfälle (grau bis grünlich gefärbter Kot) gestörtes Allgemeinbefinden, Nahrungsverweigerung, Dehydratation, Abmagerung.

Behandlung: Der Tierarzt verschreibt Tolrazuril (Baycox), Bodenwärme und Fiebertherapie

(unterstützend: Ringerlösung, Bene- Bac)

 

Amöben- Wechseltierchen

Infektiöse Darmerkrankung, die für zahlreiche Todesfälle verantwortlich ist. Aufgrund der hohen Infektiösität sind epidemische Verläufe häufig. Nicht selten ist der gesamte Bestand betroffen.

Symptome: schwere Durchfälle mit breiigem, übelriechendem Kot, der mit Blut- und Geweberesten angereichert sein kann, häufig stark beeinträchtigter Allgemeinzustand, Nahrungsverweigerung, erhöhtes Trinkbedürfnis, Abmagerung, Lethargie.

Tod oft innerhalb von 1–2 Wochen.

Behandlung: Erregerbekämpfung mit einer Kombination von Metronidazol und Paromomycin, Nährstoff- und Flüssigkeitssubstitution, Bekämpfung opportunistischer Bakterien mit Antibiotika, Fiebertherapie (unterstützend: Ringerlösung, Bene- Bac)

 

Ziliaten- Wimpertierchen:

Die einzelligen Wimperntierchen sind unter normalen Umständen nicht pathogen. Bei starker Belastung des Immunsystems, bei Infekten, starkem Parasitenbefall oder bei Beschädigung der Darmschleimhaut können sie sich jedoch stark vermehren und Krankheitssymptome verursachen.

Symptome: Verdauungsstörungen, Durchfall, Fressunlust, Nahrungsverweigerung, Abmagerung, Austrocknung, Bewegungsunlust, Jungtiere zeigen Wachstumsstörungen

Behandlung: Metronidazol (Flagyl) und/oder lokale Bodenerwärmung auf max. 40 °C.

Flagellaten- Geiseltierchen:

Flagellaten kann man nur in frischen Kot-/ bzw. Magenspülproben nachweisen. Der Erreger verursacht Entzündungen im Magen-/ Darmtrakt, der Harnwege, der Kloake und der Geschlechtsorgane.

Symptome: Durchfall, Abmagerung, Verdauungsstörungen und Probleme bei der Fortpflanzung. 

Behandlung: strikte Quarantänehaltung mit der Gabe von Antibiotika.

Cryptosporidien:

Die C+ Stämme C. serpentis und C. saurophilum sind bei Leopardgeckos bisher nicht heilbar und enden daher tödlich. Hierbei magern die Leopardgeckos oft ab und Nahrung wird unverdaut ausgeschieden. Besteht der Verdacht einer Infektion,

sollte eine Kotprobe in einem Speziallabor untersucht werden, welches einen PCR-Test auf Cryptosporidien anbietet. Mittels eines PCR-Tests kann der Cryptosporidien- Stamm identifiziert werden.

Verstirbt ein betroffenes Tier oder wird eingeschläfert sollte das alte Terrarium entsorgt werden, da eine Desinfektion den Erreger nicht vollständig entfernen kann. Sie sind resistent gegen Temperaturen von -20°C bis 65°C. Normale Desinfektionsmittel können die Oozystenhülle nicht schädigen. Zwar ist eine thermische Desinfektion (z.B. Sauna) möglich, sicherer ist es jedoch alles zu entsorgen. 

Weitere Informationen unter: www.crypotosporidien.de

 

Außenparasiten= Ektoparasiten

Zecken:

Ein Zeckenbefall kommt im Terrarium nicht vor, es sei den man bekommt einen Wildfang.

Milben:

Die blutsaugenden, 1-2mm großen, rötlichen oder schwarzen Parasiten sind mit bloßem Augen gut zu erkennen. Sie sitzen meistens am Kopf zwischen den Schuppen, in den Achseln oder in anderen Körperöffnungen. Leopardgeckos werden durch diese geschwächt, wirken lustlos und träge.

Der Tierarzt verschreibt oft Frontline. 


Schwanz Abwurf:

-ist ein natürliches Verhalten im Gefahrenfall (Autotomie)
-das Tier empfindet dabei keine Schmerzen, verliert aber einen Großteil  seiner 
 Energiereserven
-Blutgefäße verschließen sich von selbst (Blutungen bleiben fast aus)
-Verpaarungen und Winterruhe sollten nicht durchgeführt werden bis das Regenerat 
 vollständig nachgewachsen ist
-sehr reichhaltig und abwechslungsreich füttern um Energiereserven schnellst 
 möglich wieder aufzubauen
-Regenerat wächst kürzer und dicker nach (Rübenschwanz)
-betroffene Tiere haben keine Nachteile, es ist lediglich ein kleiner Schönheitsfehler!


Schwellung hinter den Axillartaschen

-treten oft bei "zu gut" genährten Tieren auf (Fettpolster)
-auf Würmer und Maden verzichten, nicht zu oft füttern (abspecken)
-Schwellungen können aber auch Calziumeinlagerungen sein,
 gehen diese auf Dauer nicht weg oder beeinflussen das Tier in seiner                 
 Bewegung, sollte  Tierarzt die Stelle punktieren und untersuchen.

 


Häutungsprobleme


www.gecko-attack.de